In-vitro-Fertilisation (IVF)

In-vitro-Fertilisation bzw. extrakorporale Befruchtung (vom Lateinischen extra - außen und Lat. corpus - Körper, d.h. Befruchtung außerhalb des Körpers, abgekürzt IVF) ist eine assistierte Reproduktionstechnik, die im Falle der Unfruchtbarkeit eingesetzt wird. Synonyme: "Befruchtung im Reagenzglas", "Befruchtung in vitro", "künstliche Befruchtung".

Während der IVF wird die ausgereifte Eizelle aus dem Körper der Frau entnommen und künstlich zu Bedingungen "in vitro" ("im Reagenzglas") befruchtet, der erhaltene Embryo wird im Brutschrank enthalten, wo er sich innerhalb von 2-5 Tagen entwickelt, danach wird er in die Gebärmutter zwecks Weiterentwicklung übertragen.

Laut der Verordnung des Ministeriums für Gesundheitswesen der Ukraine "Über Genehmigung der Ordnung über die Anwendung der assistierten Reproduktionstechniken" Nr. 787 vom 09.09.2013 wurde die Liste der Indikationen und Techniken für die Durchführung der Befruchtung "in vitro" genehmigt.


Medizinische Indikationen für die Durchführung von IVF

Bei weiblicher Unfruchtbarkeit:
  • fehlende Eileiter;
  • Eileiterverschluss;
  • ausgeprägte Verwachsungen der Organe im kleinen Becken;
  • Störungen des Follikelwachstums in Eierstöcken und Ovulationsstörungen;
  • Syndrom der Luteinisierung der Eierstöcke;
  • Endometriose;
  • wiederholte erfolglose Versuche der intrauterinen Insemination;
  • wiederholte erfolglose Versuche der Stimulation der Superovulation;
  • Unfruchtbarkeit, verbunden mit dem Altern und vorzeitiger Ovarialinsuffizienz;
  • Unfruchtbarkeit unbekannter Herkunft;
  • Krankheiten, die eine genetische Präimplantationsdiagnostik (PGD) benötigen, um die Geburt eines Kindes mit einer vererbten genetischen Pathologie zu vermeiden.
Bei männlicher Unfruchtbarkeit:
  • Unfruchtbarkeit unbekannter Herkunft;
  • Krankheiten, die eine genetische Präimplantationsdiagnostik (PGD) benötigen, um die Geburt eines Kindes mit einer vererbten genetischen Pathologie zu vermeiden;
  • obstruktive Azoospermie;
  • Asthenozoospermie;
  • Oligospermie;
  • Oligoasthenoteratozoospermie;
  • erektile Dysfunktion (Impotenz);
  • Anejakulation;
  • retrograde Ejakulation;
  • anatomische Defekte des Penis (Hypospadie, Epispadie);
  • immunologische Faktoren (Autoantikörpern und Agglutination der Spermien).


Kontraindikationen für die IVF-Durchführung

  • somatische und psychologische Krankheiten, die Kontraindikationen für die Austragung der Schwangerschaft und Entbindung sind;
  • die Länge des Uteruskörpers weniger als 35 mm;
  • akute Entzündungsprozesse unterschiedlicher Lokalisation vor Beginn der Durchführung der Behandlungsprogramme der ART;
  • angeborene Fehlentwicklungen oder erworbene Verformungen der Gebärmutter, die eine Implantation des Embryos und Austragung der Schwangerschaft unmöglich machen;
  • gutartige Tumoren der Gebärmutter, die ihre Unterseite verformen oder einen chirurgischen Eingriff erfordern;
  • bösartige Neubildungen verschiedener Lokalisation;
Wenn die Patientin nicht in der Lage ist, für die Befruchtung "in vitro" ein eigenes genetisches Material (Eizellen) zur Verfügung zu stellen, sowie das Kind selbständig auszutragen und zu gebären, kann der Arzt eine ergänzende Inanspruchnahme von solchen ART-Verfahren wie Eizellspende und Leihmutterschaft empfehlen.
 

Phasen der IVF-Durchführung

  • Untersuchung der Patienten;
  • Kontrolle der Stimulation der Superovulation der Eierstöcke;
  • Überwachung des follikulären Wachstums und der Entwicklung des Endometriums;
  • transvaginale Aspiration der Follikel in den Eierstöcken;
  • Vorbereitung des Spermas des Patienten für die Befruchtung;
  • Insemination (Befruchtung) von Oozyten und Kultivierung der Embryonen "in vitro";
  • Übertragung der Embryonen in die Gebärmutterhöhle;
  • Unterstützung der Luteinphase des stimulierten Menstruationszyklus;
  • Diagnostik der Schwangerschaft.


Kontrollierte Stimulation der Eierstöcke

Für die kontrollierte Stimulation der Eierstöcke dürfen nur die Medikamente eingesetzt werden, die für die Verwendung auf dem Territorium der Ukraine registriert sind. Auswahl des Stimulationsschemas, der Medikamente und Dosisanpassung wird vom Arzt unter Berücksichtigung der Gebrauchsanweisungen der Medikamente, individueller Besonderheiten der Patienten, der Ergebnisse klinischer und Ultraschall-Untersuchung durchgeführt.


Transvaginale Aspiration der Follikel – Eizellenpunktion

Das Verfahren wird nach 35 bis 36 Stunden nach der Verabreichung des Triggers der Ovulation – des Hormonmedikamentes durchgeführt, das in der abschließenden Phase der Stimulation des Follikelwachstums eingespritzt wird.

Die Entnahme der sprungreifen Follikel erfolgt ambulant unter Vollnarkose mit speziellen Punktionsnadeln und unter Ultraschall-Kontrolle. Zeitlich dauert dieses Verfahren nicht länger als 20 Minuten.

Wenn es unmöglich ist, die Follikelpunktion infolge einer atypischen Platzierung der Eierstöcke durchzuführen, können Oozyten laparoskopisch entnommen werden.

 

Vorbereitung des Spermas

Für die Befruchtung der durch Punktion erworbenen Oozyten wird das speziell gereinigte und vorbereitete Sperma des Patienten oder des Samenspenders verwendet.

Wenn für die Befruchtung "in vitro" das Sperma des Patienten verwendet wird, wird es ihm empfohlen, vor der Spende innerhalb von 3-5 Tagen Abstinenz in Bezug auf Geschlechtsverkehr zu halten. 

 

Insemination (Befruchtung) von Oozyten und Kultivierung der Embryonen "in vitro"

Die Follikelflüssigkeit, die infolge der Follikelpunktion erhalten wurde, wird auf die Anwesenheit von Oozyten untersucht, welche nach ihrer Auslese in ein spezielles Nährmedium transferiert werden. Ihre Befruchtung mit Spermien wird nach Ablauf von 2-6 Stunden nach der Entnahme aus den Eierstöcken durchgeführt.

Die befruchteten Eizellen werden in einen speziellen Brutkasten für weitere Entwicklung platziert.

 

Embryotransfer

Das Verfahren des Embryotransfers in die Gebärmutter der Frau (der Patientin oder der Leihmutter) kann an verschiedenen Stadien der embryonalen Entwicklung durchgeführt werden, beginnend mit der Stufe der Teilung einer befruchteten Eizelle und abschließend mit der Stufe der Blastozyste, die am 5.-6. Tag nach ihrer Befruchtung mit Spermium gebildet wird.

Es wird empfohlen, in die Gebärmutter nicht mehr als 2 Embryonen zu transferieren. Wenn die prognostizierte Wahrscheinlichkeit der Implantation der Embryonen sehr niedrig ist, werden sie in einer Menge von 3 Stück übertragen. Embryonen, die nicht übertragen wurden, unterliegen mit Zustimmung der Patienten der Kryokonservierung zwecks zukünftiger Verwendung.

Unter Ultraschallkontrolle und mit einem speziellen dünnen flexiblen Katheter werden die Embryonen in die Gebärmutter übertragen. Das Verfahren ist schmerzfrei, und ein chirurgischer Eingriff und Verwendung von verschiedenen Betäubungsmittel ist nicht erforderlich.

 

Unterstützung der Luteinphase des stimulierten Menstruationszyklus

Die Unterstützung der Luteinphase des stimulierten Menstruationszyklus wird vom Arzt durch Anordnung für Patientin (Leihmutter) der Medikamente, die das Hormon Progesteron enthalten, durchgeführt.
 

Diagnostik der Schwangerschaft

Die Diagnose der Schwangerschaft wird nach 10-16 Tagen nach dem Embryotransfer durch einen Bluttest auf Niveau des Hormons beta-hCG, sowie eines Schwangerschaftstests mit Urin durchgeführt.

Die Ultraschall-Diagnose der Schwangerschaft wird nicht früher als am 21. Tag nach dem Transfer von Embryonen durchgeführt.