Leihmutterschaft in Thailand "Grauzone" der Gesetzgebung

In den vergangenen Tagen ist das Problem der israelischen gleichgeschlechtlichen Paare, die mit ihren Kindern in Thailand stecken, noch schlechter geworden.

Am 22. und 24. Januar sind in Israel Demonstrationen geplant zur Unterstützung von israelischen Familien, die in Not gerieten sind. Die Ehefrau des Premierministers Sara Netanjahu appellierte an den Innenminister Gideon Saar mit der Bitte, das Problem dringend zu lösen.

Inzwischen erläutern sich die Gründe, für die die Familien in Thailand stecken geblieben sind. Der Prozess der Leihmutterschaft für die Leute wurde von der Gesellschaft "Tamuz  – internationale Leihmutterschaft" organisiert. Bis zur Mitte des vergangenen Jahres hat diese Gesellschaft hauptsächlich mit Leihmüttern aus Indien zusammengearbeitet, aber die indische Regierung hat eine Änderung des Gesetzes verabschiedet, die die Leihmutterschaft für gleichgeschlechtliche Paare verbietet. Im Rahmen dieser Änderung können die indischen Bürgerinnen als Leihmütter nur für heterosexuelle Paare sein, die in einer eingetragenen Ehe mindestens zwei Jahre lang gelebt haben.

Vier gleichgeschlechtliche Paare der Kunden von "Tamuz" sind im Juli des vergangenen Jahres in Indien stecken geblieben, wie auch jetzt ihre Leidensgefährten in Thailand. Den Paaren mit Kindern ist es gelungen, nach Israel zurückzukehren gegen das Versprechen, dass israelische gleichgeschlechtliche Paare die Dienstleistungen von indischen Leihmütter nicht mehr in Anspruch nehmen.

Dann hat das Unternehmen "Tamuz" die "Thai-Option" angesprochen. Thailändische Frauen "arbeiten" als Leihmütter auf Bestellung der Paare unterschiedlicher Orientierung aus vielen Ländern, aber das geschieht privat. Die Bürger anderer Länder unterschreiben im Vorfeld mit den Müttern die Verträge, dass die Letzterwähnten sich auf ihre Rechte auf das Kind verzichten, und führen nach einem genetischen Test, der die Vaterschaft bestätigt, Kinder aus dem Lande.

Jedoch ist dieses Verfahren gesetzlich nicht geregelt. Nach thailändischem Recht hat die Leihmutter die gleichen Rechte auf das Kind wie sein Vater, und das Kind erwirbt nach dem Geburtsrecht die Staatsangehörigkeit Thailand. Darüber hinaus gilt der Prozess der Leihmutterschaft in Umgehung der Gesetze des Landes als eine Form des "Menschenhandels" und kann strafrechtlich verfolgt werden. Die Staatsangehörige anderer Länder, die den Prozess der Leihmutterschaft selbständig oder über Vermittler machen, wirken in der "Grauzone" des Rechtes.

Von allen Ländern, deren Bürger die Dienste von thailändischen Leihmüttern in Anspruch nehmen, nur Israel wendete sich zwecks Klarstellung an die Regierung von Thailand. Doch die Regierung des Landes funktioniert de facto nicht, das Land ist in einem Zustand des internen Konflikts, so dass innerhalb von ein paar Monaten niemand die Mühe gemacht hat, auf Anfragen des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten von Israel zu reagieren.

Das Israelische Außenministerium hat eine Warnung für gleichgeschlechtliche Paare ausgegeben, die nach Thailand zwecks der Anschaffung der Kinder reisen, aber es war schon zu spät. 65 Kinder und 130 ihre Väter leben in Hostels in Thailand und können nicht nach Israel auszureisen, weil das israelische Innenministerium sich weigert, Reisepässe für Kinder auszustellen, ohne die Lösung des Problems mit den thailändischen Behörden zu finden.